Ist Jordanien sicher? Was Reisende wissen müssen

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Die Säulen des Herkules-Tempels auf der Zitadelle von Amman, mit der über die Hügel ausgebreiteten Stadt darunter

Jordanien zählt konsistent zu den sichersten Ländern des Nahen Ostens für internationale Besucher, und die tägliche Erfahrung der meisten Touristen spiegelt das wider – geringe Kleinkriminalität, eine gastfreundliche Bevölkerung, gut ausgestattete Touristeninfrastruktur und eine Regierung, die erheblich in die Aufrechterhaltung der Stabilität investiert. Die vorhandenen Risiken sind spezifisch und handhabbar. Hier ist eine ehrliche Einschätzung.

Allgemeine Sicherheitsbewertung

Das britische FCDO und das US-Außenministerium stufen die überwiegende Mehrheit Jordaniens als sicher zu bereisen ein (Stand 2026 – prüfen Sie immer die aktuellen Hinweise auf gov.uk/foreign-travel-advice/jordan und travel.state.gov vor der Abreise, da sich Bewertungen ändern können).

Jordanien hat jahrzehntelange regionale Turbulenzen innenpolitisch stabil überstanden. Das Land verfügt über eine funktionierende Justiz, einen professionellen Sicherheitsdienst und eine lange Erfolgsbilanz beim Schutz seiner Tourismuswirtschaft. Gewalttaten gegen Touristen sind selten.

Kleinkriminalität

Kleinkriminalität ist in Jordanien geringer als in den meisten europäischen Hauptstädten. Taschendiebstahl ist an Touristenstätten kein bedeutendes Problem. Wichtige Punkte:

  • Amman Innenstadt-Souks: Geldbörsen in Vordertaschen stecken und Taschen im Gedränge beobachten
  • Taxiverhandlungen: Uber oder die Careem-App in Amman nutzen, um Fahrpreisstreitigkeiten zu vermeiden – das sind die häufigsten Reibungspunkte, keine Sicherheitsprobleme
  • Wadi Musa (Petra Dorf): Gelegentliche Übervorteilung durch Souvenirverkäufer und inoffizielle Guides – kein Verbrechen, aber wissenswert

Straßensicherheit

Verkehrsunfälle sind ein realistischeres Risiko als Kriminalität für die meisten Besucher. Die jordanische Fahrkultur ist nach westeuropäischen Maßstäben aggressiv. Überholen in blinden Kurven, übermäßige Geschwindigkeit auf der Desert Highway und schlecht beleuchtete Landstraßen sind dokumentierte Gefahren. Bei Autovermietung:

  • Defensiv fahren und mehr Abstand lassen
  • Möglichst nicht nach Einbruch der Dunkelheit auf Landstraßen fahren
  • Die Totes Meer Straße und Desert Highway (Amman nach Aqaba) haben erheblichen LKW-Verkehr

JETT-Busse sind für die Strecken Amman–Petra und Amman–Aqaba eine sicherere Option.

Grenzregionen – Bereiche meiden

Norden und Nordosten Jordaniens (syrische und irakische Grenzen) Das FCDO rät von allen Reisen innerhalb von 3 km der syrischen Grenze und in Gebiete nördlich von Ar Ramtha und östlich von Al Azraq ab. Diese Regionen liegen im abgelegenen Norden und Nordosten des Landes und sind vollständig abseits der Touristenrouten. Alle Besucherziele – Amman, Petra, Wadi Rum, Aqaba, Jerash, Madaba, das Tote Meer – liegen weit von diesen Zonen entfernt.

Badia-Region (ferner Osten) Die östliche Wüste (Badia) nahe der irakischen Grenze hat erhöhte Sicherheitspräsenz. Besucher reisen in der Regel nicht hierhin.

Gesundheit und Medizin

Impfungen: Für die Einreise nach Jordanien sind keine Pflichtimpfungen erforderlich. Der NHS, CDC und gleichwertige Behörden empfehlen: Hepatitis A, Hepatitis B, Typhus und Sicherstellung, dass Standardimpfungen (MMR, Tetanus, Diphtherie) aktuell sind.

Medizinische Einrichtungen: Amman verfügt über gute Privatkrankenhäuser – das Jordan Hospital und das Islamic Hospital in Amman werden für Expats und Touristen am häufigsten empfohlen. Außerhalb Ammans werden Einrichtungen eingeschränkter. Umfassende Reiseversicherung mit medizinischer Evakuierungsdeckung ist dringend empfehlenswert.

Wasser: Leitungswasser ist technisch sicher, aber stark gechlort. Abgefülltes Wasser ist günstig und überall erhältlich – JOD 0,30–0,50 für eine 1,5-Liter-Flasche.

Hitzeerkrankung: In den Sommermonaten (Juni–September) sind Hitzerschöpfung und Dehydration besonders in Petra echte Risiken. Mindestens 2–3 Liter Wasser täglich im Sommer trinken.

Alleinreisen für Frauen

Jordanien gilt allgemein als eines der aufgeschlosseneren Länder des Nahen Ostens für alleinreisende Frauen.

Kleidung: Bescheidene Kleidung – Schultern und Knie bedecken – wird an religiösen Stätten und in traditionellen Gebieten erwartet und reduziert unerwünschte Aufmerksamkeit.

Belästigung: Verbale Aufmerksamkeit (Kommentare, Einladungen) von Männern ist in Ammans Innenstadt häufiger als anderswo. Sie ist selten bedrohlich, aber ermüdend. Sie vollständig ignorieren und selbstbewusste Körpersprache zeigen ist die übliche Methode.

Unterkunft: Alleinreisende Frauen haben bei Hotelbuchungen keine Diskriminierung zu befürchten.

Taxis: In Amman Uber oder Careem statt Straßentaxis nutzen. Die App beseitigt Fahrpreisverhandlungen und liefert einen Nachweis Ihrer Fahrt.

Petra: Die Esel- und Kamelführer in Petra können hartnäckig aufdringlich sein. Ein festes “Nein danke”, das ohne Engagement in Gespräche wiederholt wird, ist der effektivste Ansatz.

LGBTQ+ Reisen

Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind unter jordanischem Recht nicht ausdrücklich kriminalisiert, werden aber kulturell und rechtlich weitgehend abgelehnt. Öffentliche Zuneigungsbekundungen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren sind nicht ratsam. Gleichgeschlechtliche Paare, die nach Jordanien reisen, sollten in der Öffentlichkeit diskret vorgehen.

Religiöse Empfindlichkeiten

Jordanien ist ein mehrheitlich muslimisches Land. Respekt vor islamischen Praktiken ist wichtig:

  • Gebetsruf: Fünfmal täglich, auch vor der Morgendämmerung
  • Freitagsnachmittag: Das Hauptfreitagsgebet bedeutet, dass viele Geschäfte und Restaurants von etwa 11:30–13:30 schließen
  • Ramadan: Während des Ramadans sollte das Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit während der Tagesstunden privat erfolgen
  • Kleidung an religiösen Stätten: Moscheen erfordern bedeckte Köpfe für Frauen und abgezogene Schuhe für alle

Notfallkontakte

Speichern Sie diese Nummern vor der Ankunft. Sie wurden mit der Kontaktseite der jordanischen Regierung und der Liste medizinischer Einrichtungen der britischen Regierung abgeglichen (Stand 2026); prüfen Sie wichtige Nummern bitte vor der Reise erneut.

Notrufnummern

  • Polizei: 191 laut Regierungsseite; ältere Führer nennen 192, Reiseseiten oft 911. Nennen Sie Ihren Standort und ein Wahrzeichen deutlich, da nicht alle Disponenten fließend Englisch sprechen.
  • Rettungsdienst: 911 laut Regierungsseite; direkt 193. Außerhalb von Amman kann die Anfahrt lange dauern; in Amman ist bei nicht kritischen Fällen ein Taxi zum nächsten Krankenhaus oft schneller.
  • Feuerwehr (Zivilschutz): 199.
  • Touristenpolizei: +962 79 550 5755 (Angabe der Regierungsseite). Beamte sind in Petra, Jerash, Wadi Rum und an den wichtigsten Orten in Amman im Einsatz und die beste Anlaufstelle bei Diebstahl, Belästigung oder Streit mit Guides.
  • Jordan Tourism Board Hilfe: +962 6 567 8294

Krankenhäuser in Amman

Besucher nutzen meist Privatkliniken, die Zahlung oder einen Versicherungsnachweis verlangen. Halten Sie Ihre Policennummer bereit (siehe unseren Reiseversicherungs-Ratgeber). Die Nummern stammen aus der Liste der britischen Regierung.

  • Jordan Hospital (Schmeisani): +962 6 560 8080
  • Istishari Hospital (Gegend King Abdullah Gardens): +962 6 500 1000
  • Al Khalidi Hospital and Medical Center (Jabal Amman, nahe 4. Circle): +962 6 464 4281
  • Arab Medical Centre (Jabal Amman, 5. Circle): +962 6 592 1199

Außerhalb von Amman haben Aqaba, Wadi Musa (Petra) und das Tote Meer Kliniken für leichte Fälle; schwere Fälle werden in der Regel nach Amman verlegt.

Hinweise zur Botschaft

Registrieren Sie sich vor der Abreise im Reiseregister Ihres Landes und bewahren Sie eine Passkopie getrennt vom Original auf. Die Botschaften liegen in Amman; der Zutritt ist oft nur nach Termin möglich, rufen Sie daher zuerst an.

  • US-Botschaft Amman: +962 6 590 6000 (außerhalb der Zeiten +962 6 590 6500). Aktuelle Hinweise auf travel.state.gov.
  • Britische Botschaft Amman: +962 6 590 9200, danach den Ansagen zum Konsularbeamten folgen.
  • Deutschland, Österreich, Schweiz: Suchen Sie vor der Reise die Seite Ihres Außenministeriums zur Botschaft in Amman und speichern Sie die 24-Stunden-Krisenhotline.

Öffnungszeiten und Zugangsregeln ändern sich mit der Sicherheitslage; prüfen Sie die Nummern auf den offiziellen Seiten.


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Frequently Asked Questions

Ist Jordanien sicher für alleinreisende Frauen?
Im Allgemeinen ja. Jordanien hat im Vergleich zu vielen regionalen Nachbarn einen starken Ruf für Alleinreisen von Frauen. Die Hauptprobleme sind verbale Belästigungen in Ammans Innenstadt und bestimmten belebten Bereichen – in der Region nicht ungewöhnlich, aber nicht aggressiv. Standardvorsichtsmaßnahmen gelten: bescheiden kleiden außerhalb von Aqaba, Uber statt Taxiverhandlungen nutzen und Selbstbewusstsein ausstrahlen.
Ist Jordanien angesichts der Nähe zu Konfliktgebieten sicher?
Jordanien ist politisch stabil und die jordanische Regierung hat jahrzehntelang starke innere Sicherheit aufrechterhalten. Das Land grenzt an Syrien, Irak und die palästinensischen Gebiete, aber die Konfliktgebiete liegen im fernen Norden und Osten – weit weg von allen Touristengebieten. Das FCDO und das US-Außenministerium stufen Jordanien selbst durchgehend als geringeres Risiko als seine Nachbarn ein.
Was sind die Notrufnummern in Jordanien?
Polizei: 191. Rettungsdienst: 911 (Krankenwagen auch 193). Feuerwehr: 199. Touristenpolizei ist an wichtigen Sehenswürdigkeiten wie Petra und Jerash vor Ort.